Am 28. Juni 2019 war Daniel Günther, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, bei uns in der Schule zu Besuch. Dabei sollte jede Klasse ein Projekt vorbereiten, an dem sie während des Besuches arbeiten können. Einige Schüler, die eine Führung durch die Schule geplant haben, sowie der Schulleiter und Lehrer als auch wir von der Schülerzeitung konnten den Besuch begleiten und dokumentieren. Außerhalb von unserer Schule sind noch unterschiedliche Medienvertreter gekommen, darunter auch der NDR. Bei diesem Rundgang wurden mehrere Klassenstufen besucht und deren Projekte begutachtet. Am Ende von Herrn Günthers Besuch fand noch eine Podiumsdiskussion zwischen ihm und einigen Schülern statt.

Die Besichtigung der Schule

Um 10:15 Uhr kam der Ministerpräsident in unserer Schule mit einer kleinen Verspätung an und wurde herzlich von der Schulleitung begrüßt. Diesen Moment haben die Journalisten genutzt, um die ersten Fotos zu machen. Nach einem kurzen Gespräch bei einem Kaffee zwischen dem Barsbütteler Bürgermeister und Herrn Günther begann der Rundgang durch die Schule. Als erstes führten die Schüler Herrn Günther zu der 5a. Anschließend wurde in dem sechsten Jahrgang das Projekt der Klassen 6a, 6b und 6c besichtigt. Abschließend besuchte der Ministerpräsident noch die 8a, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hat, und die 9c. Entgegen der Erwartungen haben wir es auf Grund einer Verzögerung nicht mehr geschafft, die Projekte aus der Oberstufe zu begutachten. Mit etwas Zeitdruck begab sich die Gruppe auf den Außenbereich und zum Bienenhaus. Dort wurde die Arbeit der Bienen-AG vorgestellt und das Bienenhaus, an dessen Erbauung die Schüler mitgewirkt haben, gezeigt. Anschließend hat sich der Minister das Haus auch von innen angeschaut und nach einer Verkostung des hausgemachten Honigs noch einige Honiggläser signiert und auch eins als kleines Präsent geschenkt bekommen. Der Rundgang endete ebenfalls auf dem Außenbereich und führte den Minister in das Grünen Klassenzimmer. Die Zeit auf dem Weg haben wir genutzt, um Herrn Günther einige Fragen zu stellen. Es kam die Frage auf, warum Daniel Günther ausgerechnet so kurz vor den Ferien kommen musste. Seine Antwort war, dass er noch andere Termine auf dem Weg hatte und somit Treibstoff sparen und die Umwelt schützen könnte. Im Grünen Klassenzimmer angekommen, wurde die Nutzung des außenliegenden Klassenraumes besprochen und die Neuerungen vorgestellt. An diesem Punkt endete die Führung durch die Schule und es wurde sich auf den Weg zurück zur Aula gemacht, in der sich die Schüler*innen schon zur Podiumsdiskussion versammelt haben, die auch nur wenige Momente später begann.

Die Podiumsdiskussion

 

Für die Podiumsdiskussion haben sich jeweils drei Dreiergruppen zusammengetan, um ein Thema vorzubereiten und dieses mit jeweils 15 Minuten Redezeit auf der Bühne zu behandeln. Die Schwerpunkte der Diskussion, die von jeweils einem Schüler und einer Schülerin geleitet wurde, waren Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die drei Themenbereiche waren Soziale Medien, Verkehrspolitik und Umwelt- und Klimapolitik. Jedes Thema bestand aus drei Forderungen, die mit Herrn Günther diskutiert werden sollten.

Die erste Forderung im Bereich von Sozialen Netzwerken war der kostenlose Zugang zu seriösen Informationsquellen, wie den öffentlich Rechtlichen, bzw. die Verbreitung von kostenlosen Medien.
Somit könnte man Filterblasen vermindern und einseitige Nachrichtendienste verbannen. Die Antwort darauf, seitens Daniel Günther, war, dass es ein Problem darstelle, solche Forderungen ohne Einschränkung zu erfüllen. Es müssten schließlich faire Regelungen eingehalten werden, auch wenn dies zu Problemen führe, entgegnete der Minister. Außerdem wurde auf vielen Ebenen dieser Forderung schon nachgegangen und kostenlose Angebote werden durch genau solche Diskussionen bekannter, behauptete Herr Günther.

Die zweite und aufgrund einer zu langen Diskussion auch letzte Aussage der Schüler zu diesem Themenbereich bezog sich auf den Druck, der laut der Gruppe durch soziale Medien auf die Gesellschaft ausgeübt werde. Dieser solle sich auf ein schwindendes Selbstwertgefühl auswirken. Somit solle die Schule dazu verpflichtet sein, den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken zu lehren, um so die Schüler zu schützen. Man müsse dies in andere Schulfächer miteinbeziehen, da eine Stunde pro Woche nicht reichen würde, so die Antwort des Ministerpräsidenten. Solche Dinge zu übermitteln, läge im Bildungsauftrag, ähnlich wie Medienkompetenz. Das Problem sei nur, dass man, um neue Stunden hinzufügen zu können, an anderer Stelle kürzen müsse und man Geld für Lehrer benötige, mahnte Daniel Günther.

Bei dem Themenbereich Verkehrspolitik handelte sich die erste Forderung der Schüler um kostenlosen Nahverkehr. Es sei viel günstiger, mit dem PKW zu fahren, also solle der Nahverkehr kostenlos sein, um ein Leben ohne Auto zu erleichtern. Der Ministerpräsident hält ein solches System für nicht erstrebenswert und finanziell kaum umsetzbar. Man benötige ebenfalls Gelder für die Infrastruktur und ein gutes System für den öffentlichen Nahverkehr, doch kostenlos solle dieses nicht werden, behauptete Daniel Günther. Außerdem werde schon viel für den Nahverkehr getan, beispielsweise werden Anruftaxen immer verbreiteter. Auch hier hat die Redezeit nicht für die restlichen Forderungen gereicht.

Bezogen auf die Umwelt- und Klimapolitik forderten die Schüler des dritten Themenbereich eine aus 100% erneuerbarer Energie bestehende Stromversorgung. Dieses Ziel soll bis 2035 erfüllt werden. Außerdem wurde die Frage in den Raum gestellt, woran es liegen könnte, dass an dieser Veränderung harkt, obwohl der Ministerpräsident viel mehr Macht habe, etwas zu verändern. Daniel Günther erzählte, dass er die selben Interessen wie die Schüler*innen habe. Die Regierung tue alles, um bis zum Jahre 2030 die 62% hinsichtlich dieses Zieles zu erreichen. Flugzeuge sollen schon bald mit erneuerbarer Energie fliegen, es wird nur mehr Druck benötigt. Die Schwierigkeiten lägen an anderen Bundesländern und die Schüler*innen müssten ihre Forderung stärker ausrufen. Der Wille der Bevölkerung solle da sein, doch sobald es Einschränkungen für sie geben würde, würden sie sich doch nicht mehr für dieses Ziel einsetzen. Mit dieser ausschweifenden Debatte endete die Podiumsdiskussion und es startete noch eine kurze offene Fragerunde.

Nach dem Besuch des Ministerpräsidenten haben wir noch einige Schüler*innen, Lehrer*innen und unseren Schulleiter zu dem Besuch befragt.

Auf die Frage, wie der Besuch von den Beteiligten aufgenommen wurde, haben wir nicht nur einheitliche Antworten bekommen. Einerseits wurde erwähnt, dass es für die Schüler*innen und die Schule eine positive Erfahrung war, sich auf so ein Event vorbereiten zu müssen. Anderseits konnten die Schüler sich gut präsentieren und konnten zeigen, dass auch Jugendliche eine ernst zu nehmende, politische Meinung haben. Und noch andere hielten den Auftritt von Daniel Günther mehr für eine Wahlveranstaltung. Seine Aussagen hatten laut manchen Befragten wenig Substanz. Ergo hat er weniger mit den Schülern diskutiert, als dass er eine Antwort gegeben hat, mit der er niemanden auf die Schuhe tritt.

Unsere letzten beiden Fragen drehten sich um den hinterlassenden Eindruck bei den Beteiligten. Wir fragten zum Beispiel, ob der Besuch in unserer Schule einen Eindruck bei Herrn Günther hinterlassen habe und er diesen mit in die Politik in Schleswig-Holstein einbeziehen wird. Alle Befragten waren sich einig, dass wir als Gemeinschaftsschule einen Eindruck hinterlassen haben und Daniel Günther somit einen besseren Einblick in dieses Schulsystem bekommen konnte. Außerdem konnten wir laut einigen Befragten erreichen, dass wir als Jugendliche von den Politikern ernst genommen werden. Wir konnten zeigen, dass Jugendliche durchaus politisch arbeiten können und einen guten Eindruck hinterlassen.

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